Schlagwort: Plattfomren

  • Warum noch ein Blog?

    Berechtigte Frage, schließlich erstickt das Internet in Informationen, vielfältigen Meinungen und allerlei Quatsch.

    So gesehen, lässt das Internet kaum noch Raum zum Atmen. Das wirklich Interessante geht vielfach einfach unter. Wir halten Dinge für interessant, die uns vor einigen Jahren noch wie lästiger Datenmüll vorgekommen wären. Manchmal konsumieren wir Inhalte, ohne dass wir diese noch wahrnehmen – Einfach zum Zeitvertreib und zum Entspannen. So gesehen, macht dieser Blog den Braten dann auch nicht mehr fett.

    Warum nicht einfach ein Profil bei einer größeren Plattform nutzen?

    Die großen Plattformen haben mit ihren Angeboten die Hemmschwelle, die eigenen Meinungen im Internet zu äußern und miteinander zu kommunizieren, deutlich reduziert. Für Anwender*innen ist es super einfach, ihre Gedanken in die Welt zu rufen und über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten. Die Welt ist dabei – je nach Wunsch – ein kleiner, ausgewählter Personenkreis oder wirklich die ganz große digitale Welt.

    Ist es denn wirklich die ganz große Welt? Sehen wirklich alle gewünschten Personen die neuesten Urlaubsfotos oder das Reaction-Video zum Thema ABC? Plattformen haben ein Interesse daran, dass die Nutzer*innen möglichst viel Zeit auf dieser verbringen. Zeit ist Geld – Insbesondere, wenn jeder zweite oder dritte Beitrag im Feed Werbung ist (Zumindest in meinem Feed ist das so, ich nehme den Inhalt allerdings auch nicht mehr bewusst wahr beim Durchscrollen). Das bedeutet, dass die Anwender*innen die Inhalte zu sehen bekommen, die sie nach Meinung der Betreiber möglichst lange am Bildschirm fesseln. Das müssen nicht die Beiträge der besten Freund*innen sein. Auch nicht die Inhalte, die die Anwender*innen wirklich interessieren. Und selbst wenn ein Beitrag dann irgendwann mal im Feed landet, kann es sein, dass dieser im Werbungrunterscrollmodus nicht mehr wahrgenommen wird.

    Daher dieser Blog.

    Ich persönlich möchte nicht alles mit den Plattformbetreibern teilen und erst recht nicht von ihnen abhängig sein. Das ist in meinen Augen die große Kehrseite der niedrigen Hemmschwelle und potentiellen Reichweite – Die Vielfalt im Netz geht verloren. Viele Anwender*innen sehen nur noch die Informationen, die dem Betreiber nützen, und dieser setzt auch seine Regeln durch, was gesehen werden darf und was nicht (Ob der Inhalt gefällt oder nicht). Die Betreiber können außerdem jederzeit nach Belieben den Stecker ziehen.

    Dieser Blog soll ein kleiner Beitrag zu einem freien, unabhängigen und vielfältigen Netz sein.