Autor: Karsten

  • Ich bin nicht politisch… Oder doch?

    „Politiker haben keine Ahnung und machen sich nur die Taschen voll.“ – Auch schon mal gehört? Oder sogar schon mal gesagt?

    Es gibt mehr als genug Vorurteile und Polemik gegenüber Politiker*innen. Doch wie kommt’s? Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen Politik als etwas weit entferntes betrachten, etwas weltfremdes, das nichts mit ihnen zu tun hat. Irgendwie auch als Beruf?!

    So verständlich ich es finde, manchmal Frust zu verspüren oder sich so gar nicht mit Politiker*innen und ihren Entscheidungen anfreunden zu wollen, so falsch sind Aussagen, wie die obige.

    Die Politik ist kein Selbstzweck, sie ist da um demokratische Entscheidungsfindung zu ermöglichen und Kompromisse zu finden. Und Parteien sind letztlich nur Organisationen, in denen sich Menschen versammeln, mit einander diskutieren, Themen setzen und uns Wähler*innen Orientierung sowie Stabilität bieten. Oder hast du Lust, dich mit jeder Person, die möglicherweise kandidieren möchte, und ihren Vorschlägen einzeln auseinanderzusetzen? Und dann müsstest du noch überlegen: „Kann die dat eigentlich?“

    Es ist das eine Verständnis, Demokratie zu leben, indem man wählen geht und sich damit ausreichend an der Demokratie beteiligt zu haben (Wähler*in).

    Es ist ein anderes Verständnis, sich seiner Werte und Prioritäten bewusst zu sein und diese in Parteien einzubringen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und andere davon zu überzeugen, die beste Lösung zu haben. (Engagierte, man könnte auch sagen: Politiker*innen).

    Und es ist noch mal etwas ganz anderes, bei Wahlen anzutreten, öffentlich Debatten zu führen und am Ende Entscheidungen zu treffen, die womöglich Einfluss auf uns alle haben. (Gewählte Vertreter*innen).

    Wo würdest du dich einordnen? Wie beteiligtst du dich an der Demokratie?

    Wenn du meinst zur Gruppe „Ich gehe wählen und gut ist“ zu gehören, dann ist das absolut in Ordnung. Als Wähler schaust du dir die Wahlprogramme der Parteien an, überlegst, was dir wichtig ist und triffst dann eine Entscheidung. Optimalerweise für ein Programm, welches am Besten zu deinen Vorstellungen passt.

    Als engagierte Person liest du dich in Themen ein, suchst dir verschiedene Perspektiven raus, sprichst mit Menschen, vertrittst deine Postionen und entwickelst Lösungen mit. Und das ist auch super wichtig, denn Politiker*innen machen Wählenden ein Angebot. So gesehen, sparen sie uns Wähler*innen richtig viel Zeit und Aufwand.

    Als gewählte Person diskutierst du die Positionen von dir und der Partei oder Gruppe, in der du organisiert bist, mit anderen und versuchst Kompromisse zu finden. Du triffst Entscheidungen, die viele Menschen betreffen, nach gründlicher Abwägung. Du verantwortest letztlich deine Entscheidungen gegenüber den Menschen, die du vertrittst. Du nimmst den Menschen damit Verantwortung ab und gibst ihnen dafür Orientierung.

    Wie viel Zeit und Energie würdest du für Demokratie und ihre Prozesse aufwenden (können)?

    Wenn du wählen gehst, brauchst du dich für deine Wahl nicht zu rechtfertigen. Wenn du politisch engagiert bist, wirst du im Bekannten- und Freundeskreis schon mal bezüglich der Positionen von dir oder deiner Partei und auf das Verhalten anderer angesprochen. Teilweise wirst du auch verantwortlich gemacht für Lösungen, die nicht beliebt sind. Wenn du dich zur Wahl stellst und ggf auch ein Amt bekleidest, muss du mit Ansprachen, Ablehnungen und sogar persönlichen Anfeindungen rechnen.

    Wie viel Druck würdest du aushalten wollen?

    Oft sind wir mit Aussagen nicht fair zu Politiker*innen und blenden aus, was es bedeutet, sich stärker in demokratische Prozesse einzubringen. Und oft sind wir sehr selbstgerecht, wenn wir der Meinung sind, dass wir es besser könnten.

  • Mein Linux-Notebook

    Seit ich 5 Jahre alt war, sitze ich regelmäßig vor einem Rechner. Am Anfang nur um Spiele zu spielen, schnell aber auch zum Lernen für die Schule und zum Schreiben von Texten. Mit DOS und Windows 3.1 fing es damals an, und regelmäßig gab es einen neuen PC mit neuem Betriebssystem. Rechner gehörten also schon immer zu meinem Leben dazu.

    Schon früh habe ich mich mit Linux beschäftigt: Auf einem alten Tower PC führte Windows 98 regelmäßig zum Bluescreen, sodass kurzerhand SUSE Linux 7.3 installiert wurde. Es war noch relativ viel Konfigurationsarbeit notwendig, bis alles lief, aber die Arbeit mit dem System fand ich schon damals sehr angenehm.

    Während des Studiums habe ich dann mal mit Windows, mal mit Linux und später für eine Zeit dann auch mal mit macOS gearbeitet.

    Vor vier Jahren stand ich dann vor der Wahl, einen neuen Rechner zu kaufen und entschied mich bewusst gegen ein fertig konfektioniertes Produkt großer Hersteller. Das Unternehmen TUXEDO Computers aus Augsburg verkauft Notebooks und Rechner, die Kunden dort selbst zusammenstellen können, wobei das Unternehmen darauf Wert legt, dass diese mit Linux Betriebssystemen kompatibel sind. Ich habe mir bei diesem Unternehmen ein Notebook (Wer es genau wissen möchte: InfinityBook 14 Pro mit TuxedoOS) zusammengestellt, so dass es zu meinen Bedürfnissen passt und seitdem nutze ich auch nur Linux auf dem System.

    Auf einem Tisch steh ein ausgeschaltetes schwarzes Notebook
    Neuer Rechner von 2022

    Ein weiterer Vorteil des Kaufs bei diesem Unternehmen, ist der Kundensupport und die Ersatzteilversorgung: Die Kapazität des Akkus ist in diesem Jahr an seine Grenzen gekommen und reichte nur noch für wenige Stunden. Im Online Store des Unternehmens habe ich einen neuen Akku bestellen können und mit den zur Verfügung gestellten Anleitungen war dieser auch schnell getauscht. Außerdem hat mich der Kundenservice gut unterstützt, als die CMOS-Batterie vor ca. einem Jahr ausgetauscht werden musste. Der Rechner ist jetzt also bereit für weitere vier Jahre 😉

    Warum Linux?

    Mir ist wichtig, dass wir Alternativen zu den großen Tech-Konzernen haben und deswegen habe ich mich auch für Linux als Betriebssystem entschieden. Dieses Betriebssystem ist aufgrund seines Open-Source-Ansatzes jederzeit durch Leute, die sich damit auskennen, veränderbar und prüfbar. Es ist keine Blackbox, so dass man nicht genau weiß, was das System im Hintergrund für Daten sammelt und an wen diese Daten gesendet werden. Auch Einschränkungen, die Tech-Konzerne als sinnvoll erachten oder aufgrund von Gesetzen einrichten müssen, könnten erkannt und ggf. geändert werden. Also ein auf die eigenen Bedürfnisse gut anpassbares System, welches die Hoheit über die eigenen Daten respektiert.

    Bei Windows und macOS habe ich immer das Gefühl, eingeschränkt zu sein. Manche Hersteller planen stärkere Einschränkungen für User und Softwarehersteller oder haben diese zum Teil schon gesetzt, so dass nur noch vom Betriebssystemhersteller akkreditierte Software auf dem eigenen Rechner installieren werden kann. Das bedeutet natürlich auch , dass der Betriebssystemhersteller bestimmt, welche Software (und eventuell auch Inhalte) auf dem System läuft. Problematisch für mich, denn hier schreibt mir ein Dritter vor, welche Software ich nutzen darf und problematisch für Softwarehersteller, da der Zugang zum Markt beschränkt wird. Zum Vergleich: Spätestens, wenn mir der Hersteller meines Fahrzeugs vorschreibt, wen ich mitnehmen darf und wo ich hinfahren darf, wird es kurios.

    Auf der einen Seite deckten Datenschützer in der Vergangenheit auf, dass die Systeme immer mehr Daten sammeln und diese an die Hersteller senden, ohne dass ersichtlich ist, wozu diese Daten verwendet werden. Auf der anderen Seite wird der Zugang für Softwarehersteller zu den Betriebssystemen erschwert.

    Und was wir alle immer im Hinterkopf behalten müssen: Weit verbreitete und gewinnbringende Systeme sind so gebaut, dass diese möglichst für viele Menschen passen. Das bedeutet dann auch, dass wir alle unsere Arbeitsweise ein Stück weit an die Systeme anpassen müssen.

    Fazit

    Mit dem Rechner bin ich sehr zufrieden, ebenso mit dem Kundensupport und der Lieferung von Ersatzteilen. Sollte der Rechner heute kaputt gehen, würde ich jederzeit wieder einen kleinen Hersteller bevorzugen. Und Windows oder auch macOS fehlen mir seit vier Jahren im normalen Alltag überhaupt nicht: Surfen, Dokumente erstellen, Bilder bearbeiten etc funktioniert mit Linux ohne Probleme. Ok, an der ein oder anderen Stelle muss man allerdings schon etwas vorsichtiger mit dem Ändern von Einstellungen sein.

    Ich möchte hier keine Werbung für ein spezielles Unternehmen machen. Mir ist wichtig zu zeigen, kleine Hersteller können es auch, manches machen sie sogar besser als die großen.

  • Migränepause

    Als ich den Titel niedergeschrieben habe, dachte ich mir, dass so eine Pausetaste für die Migräne tatsächlich eine verdammt gute Sache wäre… Aber „Pause“ heißt ja, es geht danach zwangsläufig weiter… autsch.

    In diesem September führte uns der Sommerurlaub nach Rhodos, einer kleinen Touristenhochburg im östlichen Mittelmeer. Ganze 12 Tage haben wir es uns dort gut gehen lassen und wir sind richtig zur Ruhe gekommen. Und was soll ich sagen, ich hatte sogar Ruhe vor der Migräne.

    Nachdem im Juli, August und September (bis zum Urlaub) im Schnitt 8 Migränetage pro Monat auftraten, hatte ich aufgrund des Stressabfalls und meinen Erfahrungen aus den Urlauben zuvor mit einer Zunahme der Migräneattacken gerechnet. Doch diesmal passierte einfach nichts… Und nach einer Woche löste sich auch langsam die innere Anspannung auf, die die nächste Attacke erwartete.

    Inzwischen sind vier Wochen ohne Migräne vergangen, quasi eine „Migränepause“.

    Wie lang wird diese „Pause“ dauern und was kann ich dafür tun, dass diese solange dauert wie möglich?

    Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr Ausdauersport in meinen Alltag zu integrieren und dies ist auch der Ratschlag von meiner Ärztin. Der Sport soll besser wirken, als jede vorbeugende Behandlung mit Medikamenten und hat natürlich noch weitere positive Aspekte.

    Das Problem, das ich sehe, ist, dass ich nach einem Arbeitstag meistens keine Energie mehr aufbringe, noch irgendetwas zu machen. Es wird also eine Herausforderung keine Energie in Sport zu investieren.

    Ich erhoffe mir eine Wirkung auf mehreren Ebenen: Einmal, dass der Sport selbst direkt bei der Reduktion der Stresshormone unterstützt, zum Zweiten hoffe ich, dass ich durch den Sport auch wieder mehr Energie bekomme und ich für die Herausforderungen im Alltag besser gewappnet bin. Und Schließlich hoffe ich darauf, das ich ein bisschen Baufett verliere, denn auch dieses fördert Entzündungsprozesse im Körper.

    Jetzt also erstmal einen Plan erstellen 😉

  • Meine Migräne – Meine Schmerzen

    Illustration des Kopfes eines Mannes. Die Augen und Mund sind geschlossen. Über dem Kopf und Gesicht ist das Gehirn illustriert, dessen Farbe sich  vom Hinterkopf bis zum Gesicht von weiß nach Rot ändert. Neben dem Gesicht ist "It's Migraine!" zu lesen. "Migraine" ist rot geschrieben."

    Dieses Bild entstand nach einer Migräne-Attacke. Ich finde es schwierig, das Gefühl einer Migräne in Worte zu fassen. Daher habe ich es mit einer Zeichnung am Tablet versucht.

    Sehr häufig beginnt eine Migräne bei mir mit einer sogenannten Aura-Phase. In dieser Phase spielen Schmerzen an sich noch keine Rolle, aber andere Symptome sorgen in dieser Zeit schon für deutliche Einschränkungen. So habe ich sehr oft Sehstörungen und Missempfindungen, welche schon sehr deutlich darauf hinweisen, dass gerade im Kopf etwas passiert. An Arbeiten ist dann meist schon nicht mehr zu denken. Welche Aura-Symptome ich schon hatte, beschreibe ich dir in einem separaten Beitrag.

    An die Aura-Phase schließt dann langsam die Schmerzphase an – und damit kommen auch die Kopfschmerzen. Zwar variiert meine Migräne immer etwas – insbesondere, seit sie immer häufiger auftritt – es gibt aber schon so eine Art typischen Verlauf.

    Dieser beginnt hinter der Stirn – meistens beidseitig – mit einem Druckschmerz, welcher sich langsam zu einem pochenden Schmerz auf einer Seite des Kopfes verändert.

    Bewegungen aller Art verstärken die Schmerzen. Die Augen sind in dieser Phase extrem lichtempfindlich und Lärm ist kaum noch zu ertragen.

    Das Denken in dieser Zeit fühlt sich sehr träge an – so ein bisschen benebelt – und ich werde in der Regel auch sehr müde, so dass ich automatisch das Bett oder eine ruhige Ecke aufsuche.

    Die Zeichnung oben entstand nach genau so einer solchen „Standard-Schmerzphase“.

    Was mir dann gut tut.

    Mit beginn der Schmerzphase nehme ich meiste ein Triptan. Diese wirken bei mir sehr gut und reduzieren auch die Symptome der Rückbildungsphase – zu der schreibe ich einen separaten Beitrag.

    Wenn ich Zuhause oder im Hotel bin, dunkle ich das Schlafzimmer ab, mache das Fenster auf und lege mich hin. Ich achte darauf, dass der Kopf etwas erhöht ist und ich lege mir etwas kaltes (z.B. eine Kühlkompresse, ein feuchtes Handtuch oder eine kalte Getränkedose) auf die Stirn, später dann an die Seiten. Manchmal tut es mir auch gut, wenn ich meinen Hinterkopf kühle.

    Schließlich heißt es: Abwarten. Und mit etwas Glück einschlafen oder dösen. Meistens ist es nach circa 6 Stunden überstanden.

    Nach der Schmerzphase folgt dann die Rückbildungsphase – und um die geht es in einem separaten Beitrag.

  • Europa brennt

    Wenn ich die Nachrichten einschalte, habe ich das Gefühl, dass es in Europa an allen Ecken brennt.

    Derzeit wüten extrem viele Waldbrände von Portugal über, Frankreich, Italien, Griechenland bis in die Türkei… So viele Berichte über brennende Wälder habe ich noch nicht erlebt. Außerdem führen die Flüsse In Deutschland und weiteren europäischen Ländern extrem wenig Wasser und die Wiesen vor meiner Haustür sehen schon eher nach Wüste aus. Wirklich ergiebiger Landregen, der die Speicher wieder auffüllen würde und den Pflanzen mehr als gut täte, ist nicht in Sicht.

    Doch nicht nur Wälder brennen

    In Berlin verübt ein Terrorist ein Attentat auf queere Menschen, ein Mensch wird dabei getötet, viele Menschen werden verletzt und traumatisiert. Politische Akteure, die hauptsächlich daran arbeiten, queeres Leben unsichtbar zu machen, ergehen sich auf einmal in Beileids- und Solidaritätsbekundungen.

    In Polen schlägt eine Waffe aus Russland ein, die hoffentlich nur Fehlgeleitet war, mit der Russland ansonsten aber noch mehr Leid und Tod in die Ukraine bringen wollte.

    Diese Nachrichten der letzten Tage erschüttern mich und dann kommt noch eine Meldung dazu:

    In Sachsen-Anhalt steht die AfD inzwischen bei 41%!

    Wirklich Sachsen-Anhalt?!

    Die Auswirkungen des Klimawandels, ein menschenfeindlicher Anschlag in Berlin und eine vermutlich von Russland in Kauf genommene Fehlleitung einer Kriegswaffe ins NATO-Gebiet… Das sind alles Dinge, die sind schon scheiße genug. Und dann muss berichtet werden, dass inzwischen 41% der befragten Wahlberechtigen in Sachsen-Anhalt der AfD ihre Stimme gäben, wäre jetzt die Wahl? Die doch allen Ernstes der Meinung sind, die AfD sei angesichts der genannten Katastrophen und für noch viele weitere Probleme die richtige Wahl?

    Diese Leute handeln meiner Meinung nach idiotisch. Wer entweder aus Überzeugung oder aus Trotz, Frust oder Protest – egal, mit welcher „Entschuldigung“ die ihre demokratische Verantwortung auf andere abzuwälzen versuchen – eine demokratiefeindliche Partei wählt, gefährdet seine eigene Zukunft und die aller anderen. Leute, die zu Recht stolz darauf sind, eine Diktatur zu Fall gebracht zu haben, wollen in eine solche zurück. Kannste dir nicht ausdenken, ist mit Denken aber auch nicht zu erklären.

    Und jetzt?

    Ich hoffe und wünsche mir, dass die Waldbrände schnell unter Kontrolle kommen und es keine weiteren Opfer geben wird. Diese Dokumentation über die Zeit nach einem Waldbrand finde ich sehr ermutigend:

    https://www.ardmediathek.de/tv-programm/6a6b20aa91d2c5d538f628fc

    Für Sachsen-Anhalt hoffe ich, dass es nicht so schlimm kommt, wie es momentan aussieht.

    Und ich hoffe, dass alle erkennen, dass queeres Leben Niemanden bedroht, sondern allen mehr Möglichkeiten eröffnet.

  • Auf diesem Blog

    Auf diesem Blog möchte ich zu Themen schreiben, die mich persönlich interessieren und beschäftigen. So ein bisschen ist es auch von der Tageslaune und dem, was auf der Welt passiert, abhängig. Definitiv werde ich aber über Technik schreiben.

    Schon seit meiner Kindheit interessiere und begeistere ich mich für Technik und das hat sich dann auch so weiter fortgesetzt. Eines dieser kleinen Projekte, mit denen ich mich zwischendurch beschäftige, ist auch dieser Blog hier.

    Diesen Blog betreibe ich bei einem Hoster, der Vieles noch selbst machen lässt und keine One-Klick-UI-Oberfläche vorschaltet. Hier ist noch Handarbeit auf der Konsole gefragt. Mich spricht das an, es hat dieses Nerdige, ich lerne dabei viel und es wirkt bei der Arbeit irgendwie ehrlich transparent. Zu kompliziert ist es dann aber auch nicht 😀. Auf dem Server habe ich über die Konsole WordPress eingerichtet und ich habe eine eigene Domain bestellt, die dann entsprechend auf die Seite verweist. Wenn ihr auch interessiert seid, schaut mal hier vorbei: uberspace.de

    In Zukunft möchte ich diesen Blog für längere Texte nutzen und diese auch auf meinem Mastodon-Account teilen. Insbesondere, wenn es etwas ist, das länger auffindbar sein soll und unbequem bei Mastodon zu lesen wäre. Zwar nutzen manche Mastodon auch direkt zum Posten längerer Texte, teils unterstützt dies die genutzte Instanz schon von Hause aus, meist wird allerdings solange auf den eigenen Post geantwortet, bis der Text runtergeschrieben ist. Das widerspricht meinem Verständnis von Microblogging. Ziel ist es, die Info auf das Wesentliche zu verkürzen und so überschaubar viel Platz im Feed einzunehmen. Wenn es mehr Kontext braucht, sind Blogs, Webseite oder ähnliches m.E. besser geeignet.

    Ich bin gespannt, welche Themen hier landen werden und wie sich das ganz entwickeln wird 😀.

  • Warum noch ein Blog?

    Berechtigte Frage, schließlich erstickt das Internet in Informationen, vielfältigen Meinungen und allerlei Quatsch.

    So gesehen, lässt das Internet kaum noch Raum zum Atmen. Das wirklich Interessante geht vielfach einfach unter. Wir halten Dinge für interessant, die uns vor einigen Jahren noch wie lästiger Datenmüll vorgekommen wären. Manchmal konsumieren wir Inhalte, ohne dass wir diese noch wahrnehmen – Einfach zum Zeitvertreib und zum Entspannen. So gesehen, macht dieser Blog den Braten dann auch nicht mehr fett.

    Warum nicht einfach ein Profil bei einer größeren Plattform nutzen?

    Die großen Plattformen haben mit ihren Angeboten die Hemmschwelle, die eigenen Meinungen im Internet zu äußern und miteinander zu kommunizieren, deutlich reduziert. Für Anwender*innen ist es super einfach, ihre Gedanken in die Welt zu rufen und über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten. Die Welt ist dabei – je nach Wunsch – ein kleiner, ausgewählter Personenkreis oder wirklich die ganz große digitale Welt.

    Ist es denn wirklich die ganz große Welt? Sehen wirklich alle gewünschten Personen die neuesten Urlaubsfotos oder das Reaction-Video zum Thema ABC? Plattformen haben ein Interesse daran, dass die Nutzer*innen möglichst viel Zeit auf dieser verbringen. Zeit ist Geld – Insbesondere, wenn jeder zweite oder dritte Beitrag im Feed Werbung ist (Zumindest in meinem Feed ist das so, ich nehme den Inhalt allerdings auch nicht mehr bewusst wahr beim Durchscrollen). Das bedeutet, dass die Anwender*innen die Inhalte zu sehen bekommen, die sie nach Meinung der Betreiber möglichst lange am Bildschirm fesseln. Das müssen nicht die Beiträge der besten Freund*innen sein. Auch nicht die Inhalte, die die Anwender*innen wirklich interessieren. Und selbst wenn ein Beitrag dann irgendwann mal im Feed landet, kann es sein, dass dieser im Werbungrunterscrollmodus nicht mehr wahrgenommen wird.

    Daher dieser Blog.

    Ich persönlich möchte nicht alles mit den Plattformbetreibern teilen und erst recht nicht von ihnen abhängig sein. Das ist in meinen Augen die große Kehrseite der niedrigen Hemmschwelle und potentiellen Reichweite – Die Vielfalt im Netz geht verloren. Viele Anwender*innen sehen nur noch die Informationen, die dem Betreiber nützen, und dieser setzt auch seine Regeln durch, was gesehen werden darf und was nicht (Ob der Inhalt gefällt oder nicht). Die Betreiber können außerdem jederzeit nach Belieben den Stecker ziehen.

    Dieser Blog soll ein kleiner Beitrag zu einem freien, unabhängigen und vielfältigen Netz sein.