Mein Linux-Notebook

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Seit ich 5 Jahre alt war, sitze ich regelmäßig vor einem Rechner. Am Anfang nur um Spiele zu spielen, schnell aber auch zum Lernen für die Schule und zum Schreiben von Texten. Mit DOS und Windows 3.1 fing es damals an, und regelmäßig gab es einen neuen PC mit neuem Betriebssystem. Rechner gehörten also schon immer zu meinem Leben dazu.

Schon früh habe ich mich mit Linux beschäftigt: Auf einem alten Tower PC führte Windows 98 regelmäßig zum Bluescreen, sodass kurzerhand SUSE Linux 7.3 installiert wurde. Es war noch relativ viel Konfigurationsarbeit notwendig, bis alles lief, aber die Arbeit mit dem System fand ich schon damals sehr angenehm.

Während des Studiums habe ich dann mal mit Windows, mal mit Linux und später für eine Zeit dann auch mal mit macOS gearbeitet.

Vor vier Jahren stand ich dann vor der Wahl, einen neuen Rechner zu kaufen und entschied mich bewusst gegen ein fertig konfektioniertes Produkt großer Hersteller. Das Unternehmen TUXEDO Computers aus Augsburg verkauft Notebooks und Rechner, die Kunden dort selbst zusammenstellen können, wobei das Unternehmen darauf Wert legt, dass diese mit Linux Betriebssystemen kompatibel sind. Ich habe mir bei diesem Unternehmen ein Notebook (Wer es genau wissen möchte: InfinityBook 14 Pro mit TuxedoOS) zusammengestellt, so dass es zu meinen Bedürfnissen passt und seitdem nutze ich auch nur Linux auf dem System.

Auf einem Tisch steh ein ausgeschaltetes schwarzes Notebook
Neuer Rechner von 2022

Ein weiterer Vorteil des Kaufs bei diesem Unternehmen, ist der Kundensupport und die Ersatzteilversorgung: Die Kapazität des Akkus ist in diesem Jahr an seine Grenzen gekommen und reichte nur noch für wenige Stunden. Im Online Store des Unternehmens habe ich einen neuen Akku bestellen können und mit den zur Verfügung gestellten Anleitungen war dieser auch schnell getauscht. Außerdem hat mich der Kundenservice gut unterstützt, als die CMOS-Batterie vor ca. einem Jahr ausgetauscht werden musste. Der Rechner ist jetzt also bereit für weitere vier Jahre 😉

Warum Linux?

Mir ist wichtig, dass wir Alternativen zu den großen Tech-Konzernen haben und deswegen habe ich mich auch für Linux als Betriebssystem entschieden. Dieses Betriebssystem ist aufgrund seines Open-Source-Ansatzes jederzeit durch Leute, die sich damit auskennen, veränderbar und prüfbar. Es ist keine Blackbox, so dass man nicht genau weiß, was das System im Hintergrund für Daten sammelt und an wen diese Daten gesendet werden. Auch Einschränkungen, die Tech-Konzerne als sinnvoll erachten oder aufgrund von Gesetzen einrichten müssen, könnten erkannt und ggf. geändert werden. Also ein auf die eigenen Bedürfnisse gut anpassbares System, welches die Hoheit über die eigenen Daten respektiert.

Bei Windows und macOS habe ich immer das Gefühl, eingeschränkt zu sein. Manche Hersteller planen stärkere Einschränkungen für User und Softwarehersteller oder haben diese zum Teil schon gesetzt, so dass nur noch vom Betriebssystemhersteller akkreditierte Software auf dem eigenen Rechner installieren werden kann. Das bedeutet natürlich auch , dass der Betriebssystemhersteller bestimmt, welche Software (und eventuell auch Inhalte) auf dem System läuft. Problematisch für mich, denn hier schreibt mir ein Dritter vor, welche Software ich nutzen darf und problematisch für Softwarehersteller, da der Zugang zum Markt beschränkt wird. Zum Vergleich: Spätestens, wenn mir der Hersteller meines Fahrzeugs vorschreibt, wen ich mitnehmen darf und wo ich hinfahren darf, wird es kurios.

Auf der einen Seite deckten Datenschützer in der Vergangenheit auf, dass die Systeme immer mehr Daten sammeln und diese an die Hersteller senden, ohne dass ersichtlich ist, wozu diese Daten verwendet werden. Auf der anderen Seite wird der Zugang für Softwarehersteller zu den Betriebssystemen erschwert.

Und was wir alle immer im Hinterkopf behalten müssen: Weit verbreitete und gewinnbringende Systeme sind so gebaut, dass diese möglichst für viele Menschen passen. Das bedeutet dann auch, dass wir alle unsere Arbeitsweise ein Stück weit an die Systeme anpassen müssen.

Fazit

Mit dem Rechner bin ich sehr zufrieden, ebenso mit dem Kundensupport und der Lieferung von Ersatzteilen. Sollte der Rechner heute kaputt gehen, würde ich jederzeit wieder einen kleinen Hersteller bevorzugen. Und Windows oder auch macOS fehlen mir seit vier Jahren im normalen Alltag überhaupt nicht: Surfen, Dokumente erstellen, Bilder bearbeiten etc funktioniert mit Linux ohne Probleme. Ok, an der ein oder anderen Stelle muss man allerdings schon etwas vorsichtiger mit dem Ändern von Einstellungen sein.

Ich möchte hier keine Werbung für ein spezielles Unternehmen machen. Mir ist wichtig zu zeigen, kleine Hersteller können es auch, manches machen sie sogar besser als die großen.